Gefälschte Fotos

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Contents

Stalin und die liquidierten Parteigänger, 1936/40

Zunächst wurde Stalins Parteigänger liquidiert, und dann nach und nach aus dem Bild entfernt. Schließlich steht Stalin allein am Tisch - in Farbe ausgemalt. (FAZ 2.2.2005)

Nach und nach zensierte Fassung
Zensierte Endfassung

Treffen Hitler mit Kurt von Schuschnigg in Berchtesgaden, 1938

Um ein Treffen zwischen Hitler und dem damaligen österreichischen Bundeskanzler von Schuschnigg zu dokumentieren, wurde ein Foto, das Hitler mit dem früherem britischen Premierminister Lloyd Geoerge manipuliert. (Spiegel 18 1988)

oben: Photomontage mit von Schuschnigg und Hitler - unten: Originalphoto mit Lloyd George und Hitler

Krim-Treffen: KPdSU Generalsekretär Leonid Breschnew, Bundeskanzler Willy Brandt und Staatssekretär Egon Bahr, 1971

Das Konferenzfoto von der sowjetischen Nachrichtenagentur Tass erschien in der "Prawda" mit Retuschen: die Bahr- und Brandt-Umrisse an der Rückwand, die Flaschen und Gläser auf dem Tablett, die Zigaretten in den Händen verschwanden. Um das weltmännische Image Breschnews aufzupolieren wurde auch die linke Manschette auf die halbe Länge gestutzt. "Spiegel 30 1972)

Unretuschiertes Foto
Retuschiertes Foto

Schloss Windsor: Mark und Anne, 1974

Zunächst veröffentlichte die Bunte im November "die schönsten Bilder von Mark und Anne" - auf einem ist das Paar auf einer Bank im Park von Schloss Windsor (oben) zu sehen. Vier Wochen später zeigte das Offenburger Bilderblatt dieselbe Bank (unten), diesmal haben Mark und Anne "zu ihren Füßen den von subtropischen Dschungel überwucherten Landzipfel einer Koralleninsel". (Archiv Spiegel)

Mark und Anne im "Windsor-Park" und im "Dschungel"


Störender Stollmann, 1998

Jost Stollmann wurde in der Wahlausgabe der "Bild am Sonntag" wegretuschiert. Die "BamS"-Redakteure entfernten Stollmann aus einem Foto, auf dem Gerhard Schröder seiner Frau auf die Stirn küßt. Schließlich sei es doch um den "zärtlichen Moment" gegangen, sagte Chefredakteur Michael Spreng zur Begründung des Vorgehens. "Eine Verfälschung wäre es nur gewesen, wenn plötzlich Hillu da gestanden hätte." (Der Spiegel 41 1998)

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Natasha Henstridge Pressefotos zu "Species2", 1998

Auf den ursprünglichen Pressefotos war die Oberweite der Schauspielerin noch deutlich zu erkennen, danach brachte MGM nur noch retuschierte Fotos heraus.

oben Original, unten klein retuschiert

Paris-Match-Titel:Störende Freundin, 1998

Für das Titelbild mit Caroline von Monaco und Ernst August von Hannover wurde eine störende Freundin einfach wegretuschiert. (Der Stern 18 1998)

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Felix Magath: Liegestütz mit Stativ unterm Bauch 2004

2004 machte der damalige Trainer von Bayern München, Felix Magath, im Liegestütz Werbung mit dem Slogan: "Nur wer alles gibt, kann alles fordern". Allerdings war das dafür verwendete Foto getürkt. Denn bei der ursprünglichen Aufnahme hatte Magath (Motto: "Ich verlange von niemandem etwas, das ich nicht selbst zu leisten bereit bin.")eine Art Stativ unterm Bauch, um so die Körperhaltung zu bewahren.(Spiegel 44 2004)

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Weibliche Regierungsmitglieder auf Fotos wegretuschiert, Israel 2009

Die beiden Frauen im im neuen Kabinett Israels wurden in ultaorthodoxen Zeitungen nicht abgebildet, weil Bilder von Frauen als "unanständig" gelten. (mail online 3.4.2009)

Unretuschiertes Foto
Retuschiertes Foto

Falsche Bildunterschrift: "Christina und Bettina Wulff", 2011

In der Münsterland-Zeitung wurde das Ehepaar Wulff auf einem Bild mit der Unterschrift "Christina und Bettina Wulff" vorgestellt. (Spiegel 44 2010)

"Christina und Bettina Wulff"

Oval Office Foto zur Bin Laden Tötung: Zeitung lässt Hillary Clinton verschwinden, USA 2011

Das Bild, auf dem Obama & Co. die Verfolgung Bin Ladens beobachtet, wurde von einem Redakteur einer jüdischen Zeitung manipuliert: Hillary Clinton wurde wegretuschiert. Zurück blieb nur noch ein leerer Fleck. Auch die Leiterin der Terrorismusbekämpfung, Audrey Tomason, löste sich wie von Geisterhand in Luft auf. Später entschuldigte sich die Zeitung und stellte die Begründung auf eine religiöse Basis. Den moralischen Gesetzen der orthodox-jüdischen Leserschaft folgend sei es geboten, keine Photos von Frauen zu veröffentlichen. Außerdem sei es ein Ausdruck für die Wertschätzung der Frauen. (spickmich.de.news 15.5.2011)

Unzensierte Fassung
Zensierte Fassung

Zu schön: Make-up-Kampagne mit Julia Roberts wurde eingestampft, 2011

Für die britische Werbeaufsicht war Julia Roberts für eine Werbekampgane etwas zu schön. Sie wurde zurückgezogen weil die Werbeaufsicht (ASA) meinte, L’Oréal führe die Verbraucher mit bearbeiteten Fotos in die Irre. (Sdt. 28.7.2011)

Zurückgezogene Werbung

"taz" verpixelt Werbung im Sport, 2011

Zunächst war es nur als Test angekündigt: Aus Protest gegen immer Werbung im Sport verpixelte man in der taz die Banden- und Trikotwerbung auf abgedruckten Fotos. Im Hausblog wurde erklärt: Erst habe es "ästethisches Unbehagen" verursacht, dann "ganz schön" genervt. "Weg mit dieser Flimmerbande. Weg mit dem Werbepatchwork auf dem Sportlertrikot", hieß es im Hausblog der "taz" dazu. Man wolle mit der Verpixelung "journalistisch noch unabhängiger werden". Dann wurde angekündigt, man werde nach dem Test, die Verpixelung dauerhaft fortzusetzen. "Jetzt gibt es kein Zurück mehr", so die dramatische Ankündigung.USdt. 23.8.2011)

Der Eishockey-Torwart Dennis Endras (Augsburger Panther) von der taz gepixelt und im Originalfoto

Helle Thorning-Schmidt nackt, 2011

Die Vorsitzende der dänischen Sozialdemokraten erregte 2011 die Phantasie ihrer Anhänger. Nachforschungen dänischer Medien ergaben, dass Nutzer der Suchmaschine Google kaum Interesse an Thorning-Schmidts Haltung zur Ausländerpolitik oder zur Rentenreform hatten. An erster Stelle der Suchkriterien stand das Wort „nøgen“ (nackt), also der Wunsch, sich die mögliche Wahlsiegerin einmal unbekleidet anzuschauen. Im Internet kursierte dann auch eine entsprechende Bildmontage. (Spiegel 32 1022)

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"Zug um Zug“ von Helmut Schmidt und Peer Steinbrück, 2011

Das Cover des Buches zeigt die beiden Politiker beim Schachspiel. Der Verlag hatte aber das falsche Foto ausgesucht, denn die beiden spielen offensichtlich falsch, weil das Spielbrett auf dem Foto um 90 Grad gedreht ist. Der rechte Turm von Steinbrück steht auf einem schwarzen Feld – nach den Regeln müsste es ein weißes sein. Es habe ein mehrteiliges Shooting für das Foto gegeben, bei dem das Schachbrett umgestellt worden sei, erklärte Iris Seidenstricker, Sprecherin des Verlags „Hoffmann & Campe“, dazu. Mit Rücksicht auf die Gesundheit des Alt-Kanzlers habe man sich allerdings beeilen wollen. (Sdt. 27.10.2011)

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Schüler von gestern: Günter Wallraff alias Cem Özdemir, 2012

(FAZ 29.1.2012)

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Travestie-Star Ikenna Amaechi statt Whitney Houston, 2012

Statt der verstorbenen Whitney Houston zeigte im Juli 2012 der US-Sender CNN in Gedenken an Houston das Bild des deutschen Travestie-Stars Ikenna Amaechi. CNN bestätigte umgehend den Fehler und sprach von einem Versehen. (Hamburger Abendblatt 30.7.2012)

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Ikea löscht Frauen aus Katalog, Saudi-Arabien 2012

Aus der saudi-arabischen Version des Ikea-Katalogs wurden 2012 Frauenbilder einfach wegretuschiert. Der Konzern entschuldigte sich dafür: "Wir bedauern sehr, dass das passieren konnte und hätten schneller reagieren müssen", sagte eine Unternehmenssprecherin nach der Veröffentlichung von Vergleichsbildern aus den ansonsten identischen Katalogen. Hintergrund für das Verschwinden von Frauen aus der saudi-arabischen Version sind die strengen Vorschriften in dem arabischen Land für das Abbilden unbedeckter weiblicher Haut. Die größte Möbelkette der Welt hatte bereits eine Woche vorher von ihrer russischen Webseite ein Foto im Stil der Polit-Punkband Pussy Riots gelöscht. Begründet wurde der Schritt damit, dass Ikea nicht "als Ort der Agitation jeder Art" ausgenutzt werden wolle. (zdf online 2.10.2012)

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